Maximilian Marzi

Fantasy-Literatur

 

Die Welt von Felysion

Magier, alte Familien, Intrigen, Krieg – der ewige Kampf um die Macht. Aber auch Lustiges, absurde Geschichten und einige Dummheiten bestimmen das Leben der Protagonisten. Zwei davon sind Adrianus und Nikita, Magier des Nemesischen Reiches, Politiker und füreinander Familie. Entgegen vieler Widerstände aus den Strukturen der Zivilisation, in der sie leben, haben sie sich gefunden. Innerhalb einer Welt, die von wilden magischen Kräften bedroht wird, versuchen sie gemeinsam einen Weg zu finden.

Die erste Geschichte hier handelt jedoch von einer ganz unspektakulären Person, einem jungen Abenteurer, der unbedingt ein Held werden möchte, dafür aber zunächst eine harte Schule durchlaufen muss.

Von ganz unten

Hotrand, Räterepublik Madau, Sommer 1384 NNA (Nach Nemesis Aufstieg).

Ulf streckte sich übermüdet in seinem Bett, als der Hahn diesen Morgen netterweise direkt unter seinem Fenster loskrähte. Freundliche Lichtstrahlen drangen in sein Zimmer und wärmten sein Gesicht. Der brennende Muskelkater, Zeuge seines anhaltenden Trainings, verhinderte brennend, dass er erneut einschlummerte. Schmerzerfüllte Linien durchzogen sein Gesicht. Er wollte sich gerade herumdrehen, um vielleicht doch noch eine komfortable Schlafposition zu finden, als ein weiteres schwungvolles Krähen ertönte. Dreimal wiederholte sich das, bis er sich endlich aus dem Bett rollte. Der Aufschlag auf dem kalten Boden weckte ihn endgültig. Er hätte schwören können, dass der Hahn ihn persönlich hasste. So schnell es seine müden Glieder erlaubten, machte er sich fertig, indem er sich wusch und seine Trainingskluft anzog. Ulf Antonsson war frisch gebackener Abenteurer vom Rang Blei, dem niedrigsten von zwanzig für Normalsterbliche erreichbaren Rängen in der global agierenden Abenteurergilde. Er hatte noch keine eigene Gruppe gefunden, deswegen wurde er als Einzelabenteurer bewertet. Gruppen besaßen einen Gruppenrang zusätzlich zu den individuellen Rängen, die ihre Abenteurer hielten. Der Rang einer Gruppe bemaß sich an dem Potenzial der Summe aller Fähigkeiten, nicht an dem Durchschnitt. Aber als sechzehnjährige war er noch viel zu frisch, um in eine Gruppe aufgenommen zu werden, geschweige denn, selbst eine zu gründen. Solche Gruppen aus blutigen Anfängern gab es. Sie versuchten auch beständig ihn anzuwerben, aber seine Mentoren hatten ihm dringend davon abgeraten, an der sogenannten blutigen Auslese teilzunehmen. Es war allgemein bekannt, dass nur jene, die die ersten paar Aufträge in den Frischlingsgruppen überlebten, überhaupt das Zeug dazu hatten Abenteurer zu werden. Die schlaueren Neulinge suchten sich stattdessen erfahrene Mentoren und ließen sich von diesen anleiten. Das konnte den Aufstieg zwar hinauszögern, dafür überlebten die Frischlinge mit Mentoren häufiger. Ulf wollte seinen Idolen nacheifern. Besonders dem weitbekannten Volkshelden und Champion des Hotrander Kampfrings, Knut Spalter! Dafür war es für ihn in Ordnung eine Weile stumpfsinnige Aufträge zu erledigen. …

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